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Unser Pflegekonzept:

Einleitung:

Die Pflegestation Niemeyer richtet sich bei der Pflege der Patienten in erster Linie nach deren Bedürfnisse. Unser Ziel ist es, dem Patienten bei der Verrichtung von Aktivitäten zu helfen, die seiner Gesundheit oder Wiederherstellung (oder auch einem friedlichen Sterben) förderlich sind. Die wichtigste Aufgabe der Pflegekraft ist es, herauszufinden, was dem Patienten fehlt und was er braucht.

Wir orientieren uns hierbei an dem Pflegemodell der Virginia Henderson. Sie macht darauf aufmerksam, dass jeder Mensch seine Bedürfnisse und deren Befriedigung anders erlebt und damit umgeht, abhängig von seinem kulturellen, sozialen und individuellen Hintergrund. Bedürfnisse dürfen nicht unüberprüft festgelegt werden, sondern die Pflegekraft muss in gemeinsamer Arbeit mit dem Patienten, unterstützt durch ihr Beobachtungsgeschick, die Bedürfnisse einschätzen und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Henderson hat 14 Grundbedürfnisse ermittelt, die ihrer Meinung nach für jeden Menschen existenziell sind und anhand derer eine Einschätzung erfolgen sollte.

Pflegemodell von Virginia Henderson:

Modell der 14 Grundbedürfnisse

Grundgedanken und Hauptaussagen der Theorie:

Henderson geht davon aus, dass alle Menschen grundlegend gleiche Bedürfnisse haben, die sich folgendermaßen darstellen:

  • Normal atmen
  • Angemessen essen und trinken
  • Abfallprodukte des Körpers ausscheiden
  • Sich bewegen und eine gewünschte Position einhalten
  • Schlafen und Ruhen
  • Angemessene Kleidung auswählen, an- und auskleiden
  • Die Körpertemperatur im Normbereich halten
  • Pflege und Schutz des Körpers
  • Schäden aus der Umgebung vermeiden können und anderen keinen Schaden zufügen
  • Mit anderen kommunizieren
  • Seinen Glauben ausüben
  • Eine befriedigende Arbeit ausüben
  • Spielen oder an Unterhaltungen teilhaben
  • Lernen, entdecken und Neugierde befriedigen

Ist der Mensch gesund, so kann er diese Bedürfnisse allein erledigen. Die Pflegeperson greift erst dann ein, wenn der Mensch selbst nicht mehr in der Lage ist, sich gesund zu erhalten, selbst seine Genesung herbeizuführen oder in Frieden zu sterben. Aufgabe der Pflegeperson ist die Hilfe und Unterstützung bei der Befriedigung der Grundbedürfnisse. Sollte der Zustand des Patienten eine Kommunikation nicht zulassen (z.B. Koma), so sollte die Pflegekraft in seinem Interesse handeln.

Ziel der Pflege ist es, die Unabhängigkeit des Menschen so weit wie möglich zu erhalten oder so schnell wie möglich wiederherzustellen. Dazu ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Berufsgruppen notwendig und ausdrücklich gewünscht.

Für Henderson hat die Kommunikation in der Pflege - zwischen Patienten, Angehörigen und der Pflegekraft - besondere Bedeutung. Der Patient sollte konsequent in den Bereich der Pflegeplanung einbezogen werden. Wenn dem Patienten eine aktive Teilnahme nicht möglich ist, so entscheidet die Pflegekraft selbst, ggf. nach Rücksprache mit den Bezugspersonen, über Umfang und Art der Pflegedurchführung. Es sollte jedoch stets der Wille des Patienten berücksichtigt und respektiert werden.

Hendersons Modell im Pflegeprozess

Informationssammlung / Einschätzung des Pflegebedarfs

Ziel der Informationssammlung ist es, Grundbedürfnisse herauszufinden, die der Patient selbst nicht ausreichend befriedigen kann, und die Ursachen der Probleme zu erforschen, damit realistische Pflegeziele geplant werden können.

Dies erfolgt durch:

Das Gespräch

Die Pflegekraft bespricht mit dem Patienten die 14 Grundbedürfnisse und ermittelt mit ihm gemeinsam, in welchen Bereichen ein Hilfebedarf besteht.

Einschätzung der Pflegeperson

Die Pflegekraft beurteilt den Eindruck, den sie sich selbst vom Patienten gemacht hat, und versucht, unter Einbeziehung der rä,umlichen und sozialen Situation des Patienten, Probleme und deren Ursachen zu erkennen.

Pflegeplanung

Oberstes Ziel jeder Pflege ist die bestmögliche Wiederherstellung der Unabhängigkeit des Patienten, soweit dies seine Erkrankung zulä,sst, das heiß,t er soll wieder in der Lage sein, seine Grundbedürfnisse selbst zu befriedigen. Zur Erreichung dieses Zieles werden in Absprache mit dem Patienten Teilziele (kurz- und mittelfristig) vereinbart, die realistisch (für den Patienten erreichbar) und beobachtbar sind.

Maßnahmen

Jede Pflegemaßnahme soll den Patienten dem vereinbarten Ziel ein Stück näher bringen.

Mögliche Handlungen sind:

Positive Verstärkung des Patienten

Für den Patienten handeln, wenn er dazu selbst nicht in der Lage ist. Den Patienten durch das Fortschreiten des Genesungsprozesses schrittweise an ein möglichst eigenständiges Handeln heranführen.

Evaluation (Bewertung) der Pflege

Durch die Überprüfung des Pflegeplans und der Pflegedokumentation wird bewertet, ob die geplanten Pflegeziele erreicht wurden. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen neue Ziele festgelegt und neue Maß,nahmen geplant werden. In jedem Fall ist es wichtig herauszufinden, warum es nicht zur Zielerreichung kam. Dies kann z.B. in einer unrealistischen Zielformulierung, unangemessenen Maßnahmen oder einer Verschlechterung des Zustandes des Patienten begründet sein.